Vorher
Sie kommen ausgeruht und nicht nüchtern — bei örtlicher Betäubung sollen Sie vorher normal gegessen haben. Nur bei Dämmerschlaf oder Vollnarkose gelten andere Regeln; die bekommen Sie dann schriftlich.
Wenn Sie Medikamente einnehmen, bringen Sie den Plan mit. Blutverdünner sind kein Ausschlussgrund, aber wir müssen davon wissen — und Sie setzen nichts eigenmächtig ab. Ob und wie pausiert wird, klären wir mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Planen Sie den Termin so, dass Sie danach nichts Wichtiges mehr vorhaben. Bei Sedierung oder Narkose brauchen Sie eine Begleitperson und dürfen 24 Stunden nicht selbst fahren.
Die Betäubung
In den allermeisten Fällen genügt eine örtliche Betäubung. Sie wirkt nach wenigen Minuten vollständig; Sie sind wach, ansprechbar und bekommen alles mit, spüren aber keinen Schmerz — sondern Druck und Bewegung. Das ist ein wichtiger Unterschied, den viele erst hinterher glauben.
Wer das nicht möchte, bekommt den Eingriff im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Mehr dazu unter Betäubung und Narkose.
Der Eingriff
- Zugang schaffen. Das Zahnfleisch wird über der geplanten Stelle vorsichtig gelöst. In manchen Fällen geht es auch ohne Schnitt, durch eine kleine Öffnung — ob das möglich ist, entscheidet die vorherige 3D-Aufnahme.
- Das Implantatbett aufbereiten. Mit aufsteigenden Bohrerdurchmessern, unter ständiger Kühlung und mit langsamer Drehzahl. Die Kühlung ist kein Detail: Zu warm gewordener Knochen heilt schlechter.
- Das Implantat einbringen. Es wird mit definiertem Drehmoment eingedreht. Der gemessene Wert sagt uns, wie fest es sitzt — und damit, ob es sofort belastet werden darf oder in Ruhe einheilen sollte.
- Verschließen. Entweder mit einer flachen Verschlussschraube unter dem Zahnfleisch (gedeckte Einheilung) oder mit einem Gingivaformer, der durch das Zahnfleisch schaut (offene Einheilung). Beides hat seine Anzeigen; wir sagen Ihnen vorher, was bei Ihnen geplant ist.
- Nähen. Meist mit wenigen Stichen. Die Fäden kommen nach etwa sieben bis zehn Tagen heraus.
Wie lange dauert das? Ein einzelnes Implantat ohne Aufbau: rund 30 bis 45 Minuten, den Termin mit Vorbereitung und Nachbesprechung gerechnet etwa eine Stunde. Mehrere Implantate oder ein Knochenaufbau brauchen entsprechend länger.
Direkt danach
- Sie bekommen eine Kühlkompresse und bleiben noch kurz da.
- Sie bekommen die Verhaltensregeln schriftlich mit, dazu eine Telefonnummer für den Fall, dass etwas ist.
- Die Betäubung hält noch zwei bis vier Stunden. Solange nichts Heißes essen und nicht auf Wange oder Lippe beißen — das passiert öfter, als man denkt.
- Ein Schmerzmittel bekommen Sie mit oder verordnet. Nehmen Sie es lieber vorbeugend ein, bevor die Betäubung nachlässt, als hinterher gegen bestehende Schmerzen.
Wie es in den Tagen danach weitergeht, steht unter Die Heilung.
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
